31) Über Huay Xai und Pakbeng nach Luang Prabang – thank god for this beautiful view!

Die letzte thailändische Tour war passender Weise mal wieder eine sehr typisch thailändische. Wir versuchten am Busbahnhof herauszufinden wo und wann der Bus nach Huay Xai in Laos fährt, wurden wild von A nach B und dann doch nach C geschickt, bekamen mal gesagt, der Bus fahre stündlich vom Busbahnhof im Stadtzentrum und dann wiederum es gäbe nur zwei Busse täglich vom außerhalb gelegenen Terminal; die eine erzählte von einem Shuttle zwischen den beiden Bahnhöfen, der nächste behauptete man müsse ein Tuk Tuk nehmen und der Tuk Tuk Fahrer verlangte erst einen absurd hohen Preis und zeigte uns dann doch die Shuttlebusse. Man fühlt sich so etwa konstant verarscht. Satz des Tages: Der Bus fährt stündlich, also zwei Mal am Tag.

Alldem trotzend stiegen wir nach einem feisten Stück Kuchen im Katzencafé (mit sooo vielen zauberhaften Katzen und leider einer allergielaufenden Nase meinerseits) in einen mit Ventilator bestückten lokalen Bus. Der fuhr alsdann mit mehr Leuten als Plätzen bestückt los und hielt an der nächsten Ecke wieder an, wo eine Decke auf und eine Kiste Fisch knapp vor meine Füße gefercht wurde und es endlich richtig losgehen konnte. Erst wunderten wir uns, dass scheinbar alle unterschiedliche Preise zahlten, doch wie wir feststellten, lag dies an den unterschiedlichen Zielen. Gefühlt irgendwo im Nirgendwo (und es gab viele Nirgendwos auf dem Weg) hielt der Bus nämlich an, um Leute ein- oder aussteigen zu lassen. Samt ihrer im besten Fall ein bis zwei Taschen und im Extremfall mit fünf mal fünf aneinandergeknoteten, mit Pilzen und Luft gefüllten Tüten. Zwischendurch wurden auch mal einfach nur Sachen aus und in den Bus übergeben – kein Wunder also, dass es neben dem Fahrer immer noch jemanden im Bus gibt und geben muss, der die Zwischenstopps koordiniert.
Nachdem wir vom Bus bei der Friendship Bridge ausgesetzt wurden, taten wir uns mit drei Backpackern aus den Niederlanden (wobei einer von ihnen eindeutig indischen Wurzeln zu haben schien) zusammen, fuhren mit dem Tuk Tuk zur thailändischen Grenzkontrolle (wo wir offiziell aus Thailand ausreisten) wechselten mit dem Bus über eine 8-förmige Schleife von Links- zu Rechtsverkehr (welches Nirdwada da auch immer war), tuckelten weiter zur laotischen Grenzkontrolle (wo wir unser Visum erhielten und offiziell nach Laos einreisten) und schließlich mit einem weiteren Tuk Tuk an unserem Hostel vorbei. Es galt also den Fahrer durch wildes an die Scheibe Klopfen zum Anhalten zu bringen und das Stück wieder zurückzulaufen. Abends fielen wir dann völlig erledigt ins Bett und tankten Kraft für die am nächsten Tag anstehende slow-boat-tour, die uns in 13 Stunden auf zwei Tage verteilt den Mekong hinunterdümpelnd über Pakbeng nach Luang Prabang bringen sollte.

So verbrachten wir also die zwei darauffolgenden Tage damit, stromabwärts den Mekong entlangzuschippern, dessen breites Flussbett von wundervoll saftig grün bewaldeten Hügeln und Bergen gesäumt ist. Gelegentlich sah man wie Kühe auf der Wiese grasen, Laoten ihre Felder bestellen, Wasserbüffel im Wasser der Sonne entfliehen, in einer Felsspalte etliche Buddhastatuen golden glitzern und Kinder am Strand Saltos üben. Im trübbraunen Wasser tauchten alle hundert Meter Steine und Felsen auf und über die Baumwipfel ragten hin und wieder kleine auf Stelzen stehende Behausungen. Freudig saugten wir den Anblick der unendlich scheinenden Bäume und Büsche und Minisandstränge und die frische Luft in uns auf. Hin und wieder hielt das langgezogene Boot mit einem kompliziert scheinenden Manöver an einem kleinen Strand oder einem Hügel, um Waren auszutauschen oder Laoten auf und vom Boot hüpfen zu lassen. Nach einem unspektakulären Zwischenstopp mit Übernachtung in Pakbeng waren wir tatsächlich froh darüber, noch weitere Stunden auf dem Boot verbringen zu können und konnten uns gar nicht an so viel größtenteils unberührter Natur sattsehen. Außerdem kam Gianna in Ruhe zum Videos schneiden, ich zum Lesen und Blogschreiben und wir zum Musikhören und Lonely Planeten. Dennoch war es nach acht Stunden dann auch genug mit der Bootfahrerei und sprangen wir gespannt an Luang Prabangs Hafen.

Luang Prabang zählt als alte Königsstadt und hat uns (wenn auch zunächst in einem etwas schäbigen Zimmerchen, das wir nach der ersten Nacht wechselten) mit charmanten Gassen, zauberhaften Cafés und leckerem Straßenessen (in Laos scheinen belegte Baguettes über die Maßen beliebt zu sein) in Empfang genommen. Durch die umgebenden Berge, den Strom des Mekongs und die unzähligen Bäume und Palmen und Sträucher und Blumen zwischen den Häusern, ist die Stadt außerdem unfassbar grün und beherbergt an so manchen Stellen einen großartige Aussicht.

Nachdem uns bereits die Landschaft am Ufer des Mekongs hat seufzen lassen, hat uns der Kuang Si Wasserfall nun ganz des Atems beraubt. Tatsächlich gibt Giannas Ausruf „Ich steerbe!“ am besten wieder, wie fassungslos begeistert wir von diesem umwerfend schönen Wunder der Natur waren. Zu Beginn rauscht er eine beträchtlichen Abhang herunter, um sich von dort aus über mehrere milchig helltürkiesfarbenen Becken unterschiedlicher Größe etliche kürzere Stufen den Hang hinabzubegeben. Dabei sucht sich das Wasser gurgeln und plätschernd seinen Weg über Steine und Felsen, zwischen kleinen Inseln, durch Spalten und Blätter, herum um Bäume und Büsche und vorbei an Schilfpuscheln und fotografierenden Touristen. An manchen Stellen kann man sogar in den Becken baden und auf den Stufen des Wasserfalls herumklettern – angesichts der glitschigen Steine und des milchigen Wassers gar nicht mal ungefährlich und sicherlich nicht deutschen Sicherheitsbestimmungen entsprechend. Vorsichtig wagten wir uns natürlich dennoch ins herrlich kühle Nass (wer kann da schon wiederstehen..!), noch immer fassungslos angesichts des uns augenscheinlichen umgebenden Paradieses. Auch wenn wir in Neuseeland und Gianna in Island so einige schöne Wasserfälle zu Gesicht bekamen, dieser übertrumpfte sie alle.

Am Abend beschlossen wir, uns mit laotischer Kultur weiterzubilden. Und zwar in Form einer Vorstellung im Theater mit traditionellem Tanz begleitet von einem laotischem Orchester. Zu Beginn wurde freundlicher Weise etwas zur aufgeführten Geschichte erzählt, allerdings leider mit so starkem Akzent, dass wir nichts verstanden. So blieb uns also nichts anderes übrig, als den fremden (und für mich persönlich auf Dauer etwas anstrengenden da eintönigen) Klängen des Fünf-Mann-„Orchesters“ zu lauschen und in den langsamen Tänzen der farbenfroh und mit Masken kostümierten Darsteller eine Handlung zu suchen. Leider vergebens. Stattdessen stellten wir fest, dass interessanter Weise sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen die grazilen und präzisen Haltungen und Bewegungen der Hände hervorstechen. Während sich zumindest bei den Frauen der restliche Körper nur zaghaft bewegt, vollführen die Hände und arme sämtliche Drehungen und Haltungen. Auch wenn wir derartige Kultur in naher Zukunft erstmal nicht nochmal brauchen, eine spannende Erfahrung war es dennoch.

In Laos‘ zweitgrößter Stadt durfte ein Tempeltag natürlich nicht fehlen. Zu diesem Zweck tuckerten wir zunächst mit einer kleinen Autofähre hinüber zum anderen Ufer des Mekongs und wanderten dann an dessen Ufer durch das kleine anliegende Dorf und den umgebenden Wald. Zwar starben wir fast in der Mittagshitze, doch die freundlich lächelnden Laoten, die kleinen Tempel, all das Grün, auf uns zustürmende Kinder, die wunderschön bunten Schmetterlinge und vor allem die grandiose Aussicht auf Wasser, Stadt ind Berge hebten die Stimmung beträchtlich und ein Schuss Wasser auf den Kopf verschaffte die bitter nötige Abkühlung.
Völlig erledigt kamen wir wieder auf der anderen Uferseite an, stiefelten nach einer Stärkung an einem der vielzähligen Essensstände an der Straße jedoch wie geplant den im Stadtinneren gelegenen Berg Phou Si an. Zum zichsten Male schweißgebadet kamen wir an seiner Spitze und dem dort gelegenen Tempel an. Eigentlich hatten wir angedacht dort mit der wiedermal grandiosen Aussicht den Sonnenuntergang zu genießen. Angesichts der Massen an Touris, die offenbar den gleichen Plan hatten, war unsere romantische Vorstellung allerdings dahin und spazierten wir stattdessen nach ausgiebigem Aussichtgenießen dem Strom entgegen den Berg wieder hinunter. Natürlich nicht ohne auf dem Weg noch Buddhastatuen zwischen den Bäumen und in einer Höhle sowie Buddhas (für uns nicht ganz erkenntlichen) Fußabdruck in einem kleinen Tempel einen Besuch abzustatten.

Was den Ohrwurm der Woche angeht: Die Interpretin dieses wunderschönen Liedes ist Tina Dico.

Zunächst ewiges Warten am Hafen – eine pünkliche Abfahrt kann man hier nicht erwarten.
Booootfahren
Braune Mekongbrühe und grüne Laosberge
Tempel im Sandstein
Luang Prabangs zauberhafte Einkaufsstraße
Der Schopf des Wasserfalls und seine Fans
Fließendes Paradies
Milchig türkiese Pools, die zum Erfrischen einladen
Der Königspalast
Theaterbesuch
Bunt geschmückt und bemasket
Da hat sich das Wandern gelohnt
Touris als wundervolle Spielpartner.
Aussicht auf die grüne Königsstadt
Fastsonnenuntergang vom Phou Si

30) Chiang Rai – I’m walking, yes indeed, and I’m talking…

Unsere Tour im Reisebus gestaltete sich zwar als eine ziemliche Achterbahnfahrt mit Überholmanövern, deren man vorzugsweise nicht Zeuge geworden wäre, doch nach dreieinhalb Stunden kamen wir dennoch wohlbehalten im abendlichen Chiang Rai an. Dort mussten wir zunächst eine Schar Taxifahrer abwimmeln, die einfach nicht verstehen wollten, dass man auch zu seinem Hostel laufen kann, und spazierten schließlich durch die belebten Straßen zu unserer nächsten Heimat. Die stellte sich als Farbkombinationswahnsinn heraus, kredenzte uns allerdings am nächsten Morgen ein hervorragendes Frühstück. Während im doppelt so teuren Hostel in Chiang Mai nicht mal jeden Morgen Toast da war, wurde hier das Buffet wie Tischlein deck dich immer wieder mit verschiedenen Obstsorten, kleinen Pizzahappen, Toast, Butter, Marmelade und Wasser für Kaffee, Kakao oder Tee aufgefüllt.

Nach der ganzen Abgasbelästigung in Chiang Mai (der süßliche Geruch der Tuk Tuks wird mit jedem Tag abstoßender) beschlossen wir, eine Fahrradtour zum berüchtigten weißen Tempel ein Stückchen südwestlich von Chiang Rai zu unternehmen. Nachdem wir Stadt und große Straßen hinter uns gelassen hatten, wurde es endlich zunehmend grün mit Feldern und Bäumen und Palmen sowie bunt vor lauter Blumen. Am Horizont ragten stolz die umgebenden Berge auf und wir freuten uns des Radelns. Nach 14km tauchten endlich die weiß glitzernden Spitzen des Wat Rong Khun auf. Der Weg zum Hauptgebäude führt zunächst als eine langgezogene Brücke vorbei an aus dem Boden ragenden Händen (symbolisch die Hölle) bis hin zum Eingang des Tempels (symbolisch das Himmelstor). Während er aus der Ferne eher an den Palast einer bösen Schneekönigin erinnert, sind die Verzierungen von Nahem betrachtet sanft und verschnörkelt – da musste ich mich natürlich direkt verlieben. Auch das schlichte weiß in Kombination mit den leuchtenden Spiegelsteinchen ist ganz in meinem Sinne. ;)

Da uns der Wind um die Ohren und das flexible Unterwegssein zugesagt hat, liehen wir am Folgetag sogleich nochmal die Fahrräder aus. Dieses Mal ging es zunächst zum näher gelegenen blauen Tempel, Wat Rong Suea Ten, errichtet vom Schüler des Erbauers des weißen Tempels. Der blauen Grundfarbe entsprechend finden sich viele Wellen- und Wassermotive an seinen Wänden. Abgesehen vom blau sind viele schmückende Elemente ganz zu Debbys Entzücken mit sämtlichen Farben des Regenbogens verziert und durch wilde Farbverläufe plastisch hervorgehoben. Sehr beeindruckend, wenn auch stilistisch weniger meins.
Alsdann radelten wir weiter zum Wat Tham Phra (Buddha Images Cave). Inmitten einer Höhle im Berg sind hier etliche Buddhastatuen aufgestellt und wird somit eine interessante Kombination aus Natur und Kultur geschaffen. Nachdem ein Mönch Debby beim Meditieren beobachtet hatte, bastelte er ihr einen kleinen glücksbringenden und schützenden Anhänger – sie grinste strahlend von einem Ohr bis zum anderen (ich konnte schwören ihre Augen waren herzförmig).

Um tatsächlich mal vollständig dem Abgasgestank der Stadt und der Straßen zu entfliehen, buchten wir für den dritten Tag im Chiang Rai eine Trekkingtour. Mit einer nationalitätsmäßig bunt durchmischten Gruppe wanderten wir also durch den Dschungel und die umliegende Berglandschaft. Selbst an recht steilen bewachsenen Hängen gab es nur in Ausnahmefällen ein Geländer, doch unser Guide bestückte uns sogleich mit einem aus Bambus geschnittenen Wanderstab und bastelte aus riesigen Blättern Stirnbänder für uns – so viel zum Thema „manchmal ist es unvermeidbar bescheuert auszusehen“. Einem geschenkten Gaul guckt man bekanntlich nicht ins Maul. Zur Mittagszeit wurde die was.kann.man.alles.Tolles.mit.Bambus.machen-Erfahrung durch bamboo cooking erweitert. In die zurechgeschnittenen Bambusröhren füllten wir auf Anweisung hin Eier, geschnittenes Gemüse, Gewürze und Wasser. Dann wurden sie mit einem Blatt verschlossen, einem Loch versehen und an ein Gestell über dem Feuer neben die Fleischspieße gelehnt. Während alles garte, schnitzten unser Guide und einer der beiden Köche Tassen und Schälchen aus dünnerem Bambus während der andere Koch aus einem riesigen Stück Bambus und zwei Y-förmigen Ästen eine Art Buffee aufbaute (auch wenn es eher einem Futterkrug glich). Darin wurde nun das gestockte Ei und knusprige Fleisch angerichtet sowie das gegaarte Gemüse samt Flüssigleit mit Nudeln und Kokosmilch verfeinert. Köstlich! Gestärkt wanderten wir weiter durch den wild bewachsenen Dschungel, erklommen kleine und große Hügel, quietschten über die grandiose Aussicht, spazierten durch einige Bergdörfer, bewunderten einen uns kühl sprenkelnden Wasserfall, durchliefen eine Teeplantage und endeten schließlich in einem Hotpool (wobei uns ein Coolpool wohl eher zugesagt hatte). Alles in allem ein genialer Tag in der Natur mit leckerem Essen und in angenehmer Begleitung.

Am letzten gemeinsamen Abend genossen wir noch leckeres Streetfood vom Nachtmarkt und setzten Debby am nächsten Morgen in ihren Bus nach Chiang Mai, von wo aus sie ihre Reise nach Neuseeland antreten wird. Damit enden die ersten vier Wochen, das Reisen zu viert (beziehungsweise zu dritt) und unsere Zeit in Thailand. Wir blicken erfüllt auf all die Dinge, die wir erlebt und bestaunt haben und starten nun selbstbewusst und voller Vorfreude in den nächsten Abschnitt unserer Reise: Laos wir kommen!

Radeln durchs Grüne
Der wunderschöne weiße Wat RonTempels
Kleiner Traumgarten im Gelände des weißen Tempels
Buddhastatuen in den Felsen am Wegesrand
Der blaue Wat Rong Suea Ten
Blau blau blau sind alle meine Kleider…
Wilde Wanderer
Endlich Natur pur
Bambusmikado
In Bambusröhren gekochtes Mittagessen aus dem Bambusfuttertrog
Kühle Brise am Wasserfall
Uuund das Kontrastprogramm Hotpool

 

29) Chiang Mai – Looi Looi Krathong, Looi Looi Krathong

Die zweite Hälfte unserer Zeit in Chiang Mai wart durch das thailändische Lichtfest Loi Krathong geprägt, dessen Name übersetzt so viel wie „schwimmendes Floß“ bedeutet. Bei der dreitägigen Feier und auch zuvor sieht man bereits überall in den Straßen Thais, die derartige Krathongs aus Bananenstauden, Blüten, Räucherstäbchen und Kerzen geschickt zusammenfalten und -stecken. Diese werden dann der Tradition nach wohl mit einem Haar, einer Münze und einem Fingernagel bestückt zu Wasser gelassen und mit einem Gebet die Sorgen des vergangenen Jahres fortgeschickt. Darüber hinaus wurden wir Zeuge davon, wie die Stadt tagelang voller Aufregung mit unzähligen bunten Laternen geschmückt wurde und es überall kleine und größere keksähnlich anmutende Kerzen zu kaufen gab. Zum Auftakt wurden die Kerzen den gesamten Graben, der das viereckige Stadtzentrum umschließt, entlang aufgereiht und von Schülern in ihren Schuluniformen und neugierigen Passanten (wie uns zum Beispiel) nach und nach angezündet. Mit den Kerzen am Boden und den Laternen zwischen den Bäumen strahlt und leuchtet die Stadt auf ganz besondere Weise. Wir stromerten mit leuchtenden Augen durch die Straßen, zunächst entlang des Wassers und schließlich zu angekündigten Veranstaltungsorten. Am Three King’s Monument fanden die Miss-Wahlen statt, am Osttor wurde traditionelles Tanzen und Musizieren präsentiert und überall dazwischen etliche Essensstände aneinandergereiht. Im bereits zuvor erwähnten Wat Inthakin Sadue Muang (der schwarze Tempel Chiang Mais) erstanden wir selbst eine kleine Laterne, schrieben jeder etwas darauf und hingen sie zu all den anderen in den Tempel.

Am zweitem Abend wurden wiederum nach Lanna-Tradition ein nicht zu enden scheinender Strom an Khom Lois (zu deutsch „schwebende Fackeln“), also Kong-Ming-Laternen (diese Lampions im Heißluftballonprinzip) gen Himmel geschickt. Die Nawarat Bridge und ihre Umgebung war dementsprechend völlig überfüllt mit tausenden Menschen, die Laternen hochsteigen ließen, für Selfies posierten, über zurückkehrende Laternen aufschrien, das Spektakel filmten oder einfach nur bewunderten. Abgesehen von Menschen, waren die Straßen mit (fahrbaren) Ständen umrandet, an denen Thais für die hungrige Meute Fleischbällchen, Frühlingsrollen, Tofuhappen und Tarotaschen frittierte; Waffeln backte; Spieße, Wachteleier, und Nudeln briet; Früchte und Eis zu Shakes verarbeitete und Schnokus verkaufte. Begeistert futterten wir uns durch all die Köstlichkeiten und bewunderten dabei den Strom an aufsteigenden und am Vollmond vorbeischwebenden Laternen beschallt von hupenden Autos, rufenden Menschen, Loi Krathong singenden Lautsprechern und andere Musik dudelnden Boxen. Der Loi Krathong Song begleitete uns bereits seit den Vorbereitungen des Lichterfestes als grandios geeigneter Ohrwurm und ist natürlich thematisch hervorragend passend für diesen Blogeintrag. Falls ihr reinhören und mitsingen mögt, hier die Karaokeversion: https://youtu.be/UP1N2kYZ-Gc

Zum Höhepunkt und Abschluss des dreitägigen Feierns fand ein riesiger an Karneval der Kulturen erinnernder Umzug statt. Prachtvoll geschmückt und verkleidet reihten sich prunkvolle Wägen sowie tanzende, musizierende, senftentragende, wägenziehende oder einfach nur schönaussehendlächelnde Thais aneinander und zogen gemächlichen Schrittes durch die gesamte Innenstadt. Statt die Straßen zur staunenden Meute hin abzusperren, wie man es wohl in Deutschland vorfinden würde, begnügten sich die Veranstalter hier, Polizisten mit schrillenden Trillerpfeifen vorzuschicken, um genügend Platz zu schaffen. Insgesamt sehr beeindruckend und wundervoll anzusehen.
Parallel dazu (und wie wir später erfuhren auch bereits am zweiten Tag) ließen etliche Menschen die bereits beschriebenen Krathongs in den Fluss. Das war enttäuschender Weise weniger idyllisch als erwartet. Die sich darauf befindenden Kerzen und Wunderkerzen gingen nämlich recht zügig wieder aus, sodass die in der trüben Brühe des Mae Nam Ping flüssabwärts treibenden Krathongs eher wie Müll aussahen. Dennoch hatte die Stimmung etwas besonderes. Denn auch hier hörte der Strom nicht auf. In diesem Fall an Menschen, die mit ihren Krathongs ans Ufer wollten, um diese mit einem Gebet zu Wasser zu lassen.

Unerfreulicher Weise (doch zum Glück mit guten Ausgang!) mussten wir zwischendurch einem Krankenhaus einen Besuch abstatten. Julis Fieber, Glieder- und Kopfschmerzen, die bei uns eine kurze Malariapanik auslösten wurden in einem ewigen Hin und Her zwischen Wartezimmer und Behandlungsraum letztendlich als Beginn einer Hals(ja, das fanden wir auch merkwürdig…)infektion diagnostiziert. Sie hat Antibiotika bekommen und wir konnten uns an den Krankenschwesteroutfits erfreuen (wundervoll oldschool samt mit Haarnadeln festgestecktem Hütchen).

Als krönenden Abschluss unserer Zeit in Chiang Mai besuchten wir den zurecht berühmten Wat Phra That Doi Suthep. Bereits die zum Tempel führende Treppe ist beeindruckend, sie scheint ewig in die Höhe zu steigen, begleitet von zwei Schlangen, die das Geländer emporkriechen. In der Mitte der Tempelanlage selbst ist ein vergoldeter Chedi, der zur Abendstunde in warmes Licht getaucht ist und damit die umliegenden Tempelgebäude zum Leuchten bringt. Auf akustische Ebene wurden wir von Mönchsgesängen eingehüllt.

Am Abend vor Julis Abflug gingen wir zudem erstmals in eine Bar, kosteten zwei verschiedene thailändische Biere und verbrachten bei Rock vergnügt den letzten Abend zu viert.

Abschließend noch ein laar Sätze zu thailändischen Besonderheiten.
1. Die Schuhe muss man nicht nur in Tempeln, sondern auch in fast allen Hostel und einigen Läden (darunter auch manche Apotheken) ausziehen.
2. Die Bäder von Hostels sind gerne als Gesamtnassräme gestaltet. Sprich, die Dusche hat keine Kabine, sodass man beim Duschen das gesamte Bad samt Waschbecken und Toilette unter Wasser setzt und entsprechend auch nach dem Pinkeln nassfüßig das Bad verlässt. Manchmal gibt es auch Kabinen, doch auch in diesem Fall hat die Dusche oft keine separate Kabine, sondern teilt sie sich mit einer Toilette.
3. Die Stufen der meisten Treppen sind für uns trampelige Riesenfußeuropäer generell nicht tief genug. Man watschelt also leicht schräg gestellt die Treppen hinunter und muss gleichzeitig darauf achten, sich den Kopf nicht an irgendeinem niedrigen Vorsprung zu stoßen.
4. Das Essen wird, so man es als Takeaway mitnehmen möchte, in Plastiktüten getan und diese mit Luft aufgebläht durch einen speziell herumgewickelten Gummi verschlossen.

Wir verbuchen auf die Liste der lustigen Schreibweisen: Omelatt, puropse und a lar carte.

Achja, und für alle, die es bisher noch nicht bemerkt haben: Nach und nach fügen wir zu den entsprechenden Blogeinträgen auch bewegte Bilder mit Eindrücken aus der Ferne ein. :)

Keksteelichte am Ufer des Kanals
Den Kerzen folgend durch die Stadt
Lauter bunte mit Wünschen und Grüßen beschriftete Laternen vor dem Wat Inthakin Sadue Muang
Ein goldener Sternenhimmel aus Khom Lois
Prunk und Pracht des Umzuges
Noch mehr Prunk und Pracht
Thailändische Krankenschwesteroutfits
Buddhastatuen im Wat Phra That Doi Suthep
Vor dem Chedi des Wat Phra That Doi Suthep

28) Chiang Mai – let’s go to the mall, today!

Wieder einmal beginnt der nächste Abschnitt unserer Reise mit einer Fahrt von A nach B. Auch wenn man nie so recht weiß, wem und welchen Preisen man vertrauen kann und wer wofür wie viel Provision erhält – irgendwo muss man die Fahrten eben buchen. Wir verglichen verschiedene Angebote und buchten letztendlich in unserem Hotel eine Minivanfahrt, die in fünf Stunden auf direktem Wege nach Phuket fahren sollte. Aus den fünf, wurden mehr als sechs Stunden und der direkte Weg wurde durch eine einstündige Pause plus Umsteigen in einen anderen Minivan (natürlich wieder mit Stickerkennzeichnung!) und zwei Pinkelpausen unterbrochen, doch letztendlich war es auch ganz schön, sich die Füße vertreten zu können. In Phuket verbrachten wir dann mit stetig über uns hinweg fliegenden Flugzeugen einen schönen Abend am Strand und eine Nacht im Hostel und starteten am nächsten Morgen mit dem Flugzeug gen Norden in die Kulturhauptstadt Thailands. Beflügelt durch die Tatsache, dass wir am Flughafen Zugang zur BangkokAirwayLounge samt kostenlosen Häppchen und Getränken hatten, genossen wir den Blick auf die Schäfchenwolken und freuten uns auf Chiang Mai.

Nachdem wir unseren Ballast in einem niedlichen Hostel losgeworden waren, stiefelten wir der Nase nach durch die Straßen. Wie in Bangkok, sind die Straßen gefüllt mit kleinen Restaurants, rasenden Tuk Tuks, hupenden Taxis und einer seltsamen Mischung aus edlen Hotels und für uns eher improvisiert wirkenden Behausungen. Ganz anders als in Bangkok begegnet man hier allerdings etlichen niedlichen und modernen Cafés und finden sich neben den immer das gleiche Tourizeug verkaufenden Geschäften zauberhafte Läden mit hangefertigtem, gehäkeltem, getöpfertem, genähtem und gebasteltem Schnokus. Irgendwann setzten sich die anderen drei Damen nur noch gelangweilt auf die Stufen vor den Läden, während ich bezaubert überall hineinhüpfte.

Gleichermaßen begeistert waren wir wiederum alle vom Sonntagsnachtmarkt. Die gesamte Altstadt füllte sich bereits nachmittags mit geschäftigen Thais, die ihre Stände aufbauten. Abends wuselten dann unzählige Touris sämtlicher Nation zwischen all den Harem pants, Täschchen, Bildern, Fleischspießen, Accessoires, Frühlingsrollen, Kleidern, Büchlein, Pad-Thai-Bergen, Staubfängern, Kokoseiswaffeln, Süßkartoffelbällchen, Traumfängern und Glastierchen. Man konnte sich kaum entscheiden, wo man zuerst hinschaut und welche Köstlichkeit es als erste zu verspeisen galt. Mit platten Füßen, vollen Bäuchen und absolut reizüberflutet rollten wir spät abends sehnsüchtig in Richung unserer Betten.

Ein besonderes Erlebnis bescherte uns im Form von nachhaltigem und wohl etwas anderem Tourismus der Elefant Poopoopaper Park. Nein, ich habe mich nicht verschrieben und ja, es ist das, was ihr euch nicht zu denken wagt: Papier hergestellt aus Elefantenkacke. Auf dem Weg durch verschiedene Pavillons erklärte uns eine herumalbernde Thai den Prozess des Papiermachens: Begonnen von der Reinigung über das Färben bis hin zum Trocknen und ließ uns rühren, riechen (nein, es stinkt selbst vor der Reinigung nicht!), ausbreiten und zum Trocknen aufstellen. Abschließend wurde dann noch gebastelt und im Shop eingekauft. Hellauf begeistert von einem so erfrischenden, nachhaltigen und liebevoll gestalteten Konzept, fuhren wir anschließend weiter zu einem Orchideengarten. Während zumindest ich sie aus Deutschland nur in Töpfen mit Erde kenne, hingen sie hier in Töpfen ohne Erde in der Luft, mit langen herunterhängenden Wurzeln und wunderschönen verschiedenenfarbigen und -förmigen Blüten. Um das abwechslungsreiche Kontrastprogramm perfekt zu machen, tingelten wir nach Elefantenkacke und Orchideen zum Mae Sa. Nachdem wir es vor lauter Entspannen in Ko Lanta nicht geschafft hatten, wollten wir nun nämlich auf jeden Fall noch zu einem Wasserfall. Der Mae Sa stellte sich mit seinen zehn Stufen, die man per Waldspaziergang und Geklettere bestaunen konnte, als durchaus beeindruckend heraus.

Zudem durfte natürlich auch eine Massage nicht fehlen. Gianna entschied sich für Kopf-Schultern-Füße, Juli für Ganzkörper-Öl und Debby und ich wagten uns mit durchaus etwas Respekt an die klassische Thai-Massage. Letztendlich wurden wir alle ziemlich durchgeknetet, eingerenkt und lockergeknackst. Bis auf wenige kurze Momente glücklicher Weise aber auf sehr angenehme Art und Weise.

Nachdem wir begeisterte Berichte gehört hatten, entschlossen wir uns für einen Jungle Flight – ein Ziplinepark durch und über die Wipfel des bergigen (Regen-)Waldes nordöstlich von Chiang Mai. Qietschend schwangen wir also von Baum zu Baum, alberten mit den beiden Thais herum, die uns vier (und nur uns vier!) sicherten und genossen das Adrenalin angesichts des Rollercosters (of Love!). Der absolute Wahnsinn so über den Bäumen zu schweben und in der Ferne über den Wald hinweg auf Berggipfel zu schauen.

Tempeltechnisch hat die Kulturhaupstadt selbstverständlich ebenfalls so Einiges zu bieten. Hervorgestochen haben dabei vor allem der schwarze und der silberne Tempel – schon allein, da sie von der farblichen Gestaltung so anders sind als die anderen. In den silbernen Tempel durften wir als Frauen leider nicht hinein. Das Innere des schwarzen Tempels erhält jedoch im Zuge des Lichterfestes eine besondere Bedeutung, doch dazu später mehr.

Für alle diejenigen, die nicht How I met your mother bewandert sind: Der Song „Let’s go to the mall“ taucht als Jugendsünde einer der Hauptcharaktere auf und sorgt für grandiose Belustigung bei ihren Freunden und HIMYM-Fans. Zumindest bei den meisten. Während Juli und ich also auf den Wegen zu jeglichen Einkaufsgelegengeiten (es nur auf malls zu beschränken, wäre ja langweilig..) lauthals sangen, beteten Gianna und Debby eher dafür, das es aufhören möge. ;) Bei all dem Geshoppe in Schnokusläden, auf (Nacht-)Märkten, an Straßenständen und natürlich in Malls, fing das Gesinge allerdings allzu oft wieder an, wo es doch gerade aufgehört hatte.

Auf geht’s gen Norden
Prost aus der Bangkok Airways Lounge
Über den Wolkeeeen
Stolze Elefantenkackpapierhersteller
Orchideen über Orchideen
Mae Sa und seine Besucherinnen
Dreierlei Fotomotive
Fischis
Die erste Thaimassage!
Wat Sri Suphan: Der silberne Tempel
Stammmarkt
Massagenmassenabfertigung auf dem Sonntagsnachtmarkt
Der bisher BESTE Mixed Fruitshake
Eines der tausenden nach einem hupenden Sammeltaxis  
Ziplining mit grandiosem Ausblick
Wat Inthakin Sadue Muang: Der schwarze Tempel Chiang Mais

 

 

27) Ko Lanta – die Affen rasen durch den Wald….

(Annalena)

Ursprünglich war Gianna und mir sehr Weniges, allerdings Eines ziemlich klar, dass wir nämlich auf keinen Fall in den touristischen Süden Thailands wollen. Doch wie es so mit den Vorhaben und Plänen ist, gehen tun sie beide nicht. So steuerten wir von Bangkok aus Ko Lanta an, eine typische thailändische Südseeinsel. Und was kann man sagen: Ko Lanta hat uns nach dem wilden Bangkok aufgefangen und uns für zehn Tage ein paradiesisches Zuhause beschert.

Doch ich greife vorweg. In einen Blog gehört schließlich auch die Aneinanderreihung merkwürdiger Erlebnisse mit verschiedenen örtlich üblichen und womöglich speziellen Verkehrsmitteln. In diesem Fall die bereits im letzten Artikel erwähnte Bahn-Bus-Fähre-Reise von Bangkok nach Koh Lanta. Mit einem seriös aussehenden Bahnticket und einem weniger vertrauenswürdig wirkenden handgeschriebenem Schnipsel aus dem Reisebüro stiegen wir am späten Nachmittag zunächst in den Nachtzug. Bestens ausgestattet mit Snacks für den Abend sowie den darauffolgenden Morgen machten wir es uns zunächst auf den Sitzbänken gemütlich und stellten kurz darauf fest, dass es sehr wohl Essen zu kaufen gibt. Gefühlt alle fünf Minuten präsentierte nämlich ein Thai nach dem anderen lauthals ein anderes Mahl in Döschen, Tütchen oder Körbchen. Das nächste Mal brauchen wir also keinen Fresskorb in Stoffbeutelstil vorbereiten.. Später baute ein Mitarbeiter der Bahn die Sitzbänke zu Betten um und bezog sogar Matratze und Kissen für uns. Wir kuschelten uns in die durchaus adäquaten Nachtquartiere und zogen die Vorhänge zum Gang hin zu. An Schlaf war leider dennoch nicht allzu viel zu denken. Vor allem für Debby, die als einzige von uns oben schlief und die der Vorhang leider nicht vor dem grellen Oberlicht des Zuges schützte. Dennoch war liegen tausendmal angenehmer als sich mit herunterfallender Kinnlade auf einem Flugzeugsitz zusammenzufalten. Zumindest ausgeruht kamen wir also am nächsten Morgen in Surat Thani an. Dort wurden wir von einer Thai in Empfang genommen, in eines der sardinenähnlich nebeneinander installierten Café/Reisebüro gesetzt und erhielten im Austausch gegen den handgeschriebenen Reisebüroschnipsel jeweils einen mit „Lanta“ bekritzelten Sticker auf die Brust. Erst auf Nachfrage wurde uns alsdann eröffnet, dass unser Bus erst in zwei Stunden käme. Aaalso erstmal entspannt das Stoffbeutelfrühstück genießen. Der Bus kam dann natürlich etwas verspätet und fuhr dann noch ein bisschen später los, brachte uns aber sicher durch die herrlich grüner werdende Landschaft nach Krabi. Dort wurden wir nicht wie erwartet am Hafen, sondern in einem weiterem Restaurant/Reisebüro abliefert und erhielten einen weiteren Sticker (diesmal mit der Aufschrift „Lt“). Mit Rufen und wildem Gestikulieren landeten wir nun in einem Minivan, der uns seinerseits zu eine Reisebürosardine am Hafen brachte. Dort schlugen wir einen überteuerten Transfer direkt zum Hotel aus und bekamen so einen Sticker, der wohl sagen sollte, dass wir zum Saladan Pier auf Ko Lanta gebracht werden sollen auch wenn es mehr nach “ Salack“ aussah. Statt zur Fähre wurden wir zu einem weiteren Minivan geleitet, der sich wie wir mit Blicks Handy feststellten weg vom Ufer bewegte. Wie uns klarwurde, fuhr er stattdessen parallel zum Wasser, um deutlich weiter südlich anhand einer kurzen Autofährtfahrt nach Koh Lanta überzusetzen. Dort fuhr der Minivan nun weiter zum Saladan Pier, von wo aus wir wiederum ein Tuk Tuk zum Hotel nahmen. So entpuppte sich die als bequem angeprisende Bahn-Bus-Fähre-Verbindung letztendlich als ein
Bahn-Bus-Minivan-Minivan.auf.Autofähre-Minivan-TukTuk-Umsteigabenteuer. Dennoch kamen wir erschöpft aber sicher auf dem Inselchen an, das es in kürzester Zeit schaffte, unsere Herzen zu erobern. Endlich Strand, ausruhen, einfach auf den Horizont starren, Palmen und um die Füße spülende Wellen. Zum Frühstück und vor dem Sonnenuntergang kehrten wir einem der vielen kleinen oftmals familienbetriebenen Restaurants am Straßenrand ein und wurden dort liebevoll mit frischen Zutaten bekocht. Die ersten Tage beschränkte sich der Tagesinhalt genau darauf: Essen, zum und am Strand spazieren, ausruhen, Fotos sortieren, Sonnenuntergang und einfach die Seele baumeln lassen. Mit vollem Energietank wurden die restlichen Tage dann etwas aktivitätenreicher gefüllt. So liehen wir uns Roller aus, cruisten einen Tag gen Norden ins Hafendorf, einen anderen ein Stück nach Süden zu einer Höhle namens Khao Mai Kaew Cave und einen weiteren ganz in den Süden der Insel zum Nationalpark.

Um zur Höhle zu gelangen galt es zunächst etwa eine Dreiviertelstunde durch eine urwaldähnliche Landschaft zu wandern, über Flüsschen zu hüpfen und neben kleinen Wasserfällen emporzukrachseln. Wirklich los mit dem Klettern, Besteigen, Erklimmen, Entlangschliddern und Krauchen ging’s dann in der Höhle selbst. Während unser Guide behände und quasi blind die Füße und Hände platzierte, waren wir alle ziemlich am Schwitzen und Ächzen und blieb das polnische Pärchen (in ihrem Fall mit etwas angiewiedertem und genervtem Blick, in seinem Fall mit schlammiger Hose) ein deutliches Stück zurück. Auf sie wartend leuchteten wir begeistert und ehrfürchtig in die Tiefen und Höhen der Höhle, entdeckten Stalaktiten und -miten, durchaus große Spinnen, ein türkieses Gewässer und Fledermäuse. Im Endeffekt waren auch wir nachdem wir uns bauchlängs durch eine Verengung ziehen mussten durchaus schlammig und rissen sowohl Gianna als auch mir die Hose. Wir müssen folglich tragischer Weise wieder shoppen gehen… ;)

Der Nationalpark wartete seinerseits mit einer stufenreichen zweistündugen Rundwanderung durch einem Traum von Landschaft auf uns, bei dem es sich wie Gianna immer wieder ausrief, ja wohl um die Biosphere Potsdam samt akustischer Installation und geruchstechnischer Bestäubung handeln musste. Sehr beeindruckend! Und angesichts der Hitze und der sehr ungleichen Höhe, Breite und des etwas zu Wünschen übrig lassenden Zustandes der Stufen durchaus anstrengend.

Unser aller Highlight war allerdings die Boot-Schnorchel-Traumstrand-Tour nach Koh Rok. Mit einem Haufen Asiaten auf ein Schnellboot gefrachtet ließen wir uns den Fahrtwind um die Nase wehen, bejauchzten den Blick auf Meer und Inseln und fuhren zum einen zu verschiedenen Schnorchelspots und zum anderen für eine Mittagspause und was uns vier betrifft für ein mit viel Quietschen begleitetes Selbstauslöserfotoshooting an Koh Roks weißem Strand. Trotz des Touriauflaufes, der durch etliche Schnellboote an den Strand gekippt wurde, starrten wir mit herzförmigen Augen auf das unfassbar klare und türkise Wasser und konnten unseren Augen nicht trauen. Einfach wun(!)der(!)schön!

Während Gianna und ich uns angesichts unserer entzerrten Zeitplanung einen Vormittag Ruhe gönnten, machten sich Juli und Debby zudem in aller Frühe zu einer Kayaktour durch die Mangroven auf und erzählten später begeistert von den Äffchen, die nicht nur auf die Boote, sondern sogar auf Julis Schoß sprangen und beinahe die Sonnencreme mitgehen ließen.

Äffchen gab es ohnehin so einige auf der Insel. Ziemlich unbeeindruckt von uns weniger behaarten Verwandten hüpften sie von Ast zu Ast, kletterten auf den Stromleitungen umher und saßen inmitten der umherrasenden Roller, Tuk Tuks und Autos völlig tiefenentspannt auf der Straße. Da war der Dauerohrwurm vorprogrammiert und kann hier gerne mitgenommen werden. Gratis versteht sich. (Mist, jetzt habe ich ihn selber wieder…)

Das thailändische Wort für Insel wird mit lateinischen Buchstaben übrigens mal „Koh“ und dann wieder „Ko“ geschrieben. Wikipedia behauptet „Koh“ sei falsch und dass „Ko“ von der thailändischen Regierung präferiert werde. Auch ansonsten gibt es durchaus unterschiedliche Romanisierungen des gleichen Wortes – und aus anderen Gründen fanden wir auch sehr interessante Schreibweisen von englischen Wörtern vor, wie vegettalain, frush fruit, Pizza Hawian, can teen, orenge, stir fired und Free Wiwi. :D

Eingekuschelt in die Nachtzugbetten
Zunächst alleine im Reisebus
Endlich Meeeer
Ab ins Stammlokal
Herumkrachseln auf dem Weg zur Höhle
Stolze Höhlenbestauner
Ausnahmsweise wurde sogar ZUM Sonnenuntergang gespeist
Gelegentlich ist es unvermeidbar bescheuert auszusehen..
Koh Roks Traumstrand

 

 

26) Bangkok – one night in Bangkok dit dit deet deet dit deet

(Annalena)

…also eigentlich waren es zwei Nächte, aber der Ohrwurm war natürlich dennoch vorprogrammiert und ständiger Begleiter auf unseren Wegen durch die engen mit kochenden Thais, desorientierten Backpackern und umherhängenden Kabeln geschmückten Straßen. Eine merkwürdige Mischung aus Abgasgestank und dem Geruch fremder Gewürze steht in der Luft und wird gelegentlich mit einer zumindest versuchsweise kühlenden Brise umhergeweht. Die Stadt vibriert, alles ist geschäftig und wenn man über die Straße will, kann man sich weder auf Ampeln geschweige denn Zebrastreifen verlassen, sondern muss sich entweder an die unbeeindrucktem Thais halten, auf ein sich erbarmendes Tuk Tuk hoffen oder selbst tausendmal schauen und mutig den ersten Schritt wagen.

Das hier so einiges anders läuft, stellten wir bereits fest, als wir am Flughafen in ein Taxi stiegen, dem Fahrer die Adresse unseres Hostels zeigten und dieser uns mit Händen uns Füßen und ein paar Brocken Englisch Verstehen zu geben versuchte, dass er die Telefonnummer brauche. Diese rief er alsdann an und ließ sich den Weg erklären – Karten oder gar Navigationssysteme scheint hier keiner zu haben. Letztendlich landeten wir in einer etwas merkwürdig aussehenden Nebengasse, allerdings tatsächlich in einem Hostel mit dem richtigen Namen. Die beiden Thais an der Rezeption verstanden leider kein Wort Englisch, sodass wieder zum Telefon gegriffen und die Besitzerin angerufen wurde. Sie sagte unser Zimmer sei bald fertig und wir sollen es uns gemütlich machen. Nun saßen wir da neben einem kitschig goldenen Minischrein in einem zur Straße offenen Raum und fühlten uns ein bisschen bis ziemlich verloren. Wie sich beim nächsten Telefonat mit der Besitzerin herausstellte, hatte sie den Taxifahrer zum falschen Standort des Hostels geleitet. In einer halben Stunde Thaiansage (bzw. in über einer Stunde tatsächlich vergangener Zeit) holte sie uns gemeinsam mit ihrem Mann und deren zauberhafter kleiner Tochter ab, quatschten die Fahrt über auf perfektem Englisch mit uns und brachten uns in einen weniger zwielichtigen Teil der Stadt und in ein klimatisiertes Hostel mit geschlossenen Räumen und liebevoller kulturschockauffangender Einrichtung. Nach einigem Durchatmen wagten wir uns alsdann auf die Straße und in ein großen Shoppingcenter, das mich aufbautechnisch sehr an China erinnert: kleine Stände unendlich scheinender Anzahl mit immer den gleichen Thaipants, Blusen, Flip-Flops und Souvenirs. Nachdem wir uns für wenige Euro eingedeckt hatten, gab’s das erste Pad Thai im Food Court, das ich gewürztechnisch etwas befremdlich und die anderen ganz lecker fanden. Um nicht auf dem Tisch einzuschlafen (die Zeit wollte einfach nicht vergehen….) machten wir uns auf den Weg zum Bahnhof, um uns nach Zugtickets zu erkundigen. Auf halber Strecke wurden wir allerdings von einem super netten und hilfsbereiten Thai angequatscht, mit Tipps überhäuft und prompt in ein Tuk Tuk zum Spottpreis gesetzt, dessen Fahrer uns zur Touristinformation fuhr und dort drei Stunden vor der Tür wartete während wir uns drinnen beraten ließen, skeptisch den telefonierenden Berater beäugten und schließlich doch Julis Flug nach Bangkok und Debbys nach Neuseeland buchten. Mit einem Abendsnack von 7Eleven gings dann völlig erledigt ins Hostel und nach weiterem Geradesowachhalten endlich ins lang ersehnte Bett.

Für die Bahntickets fuhren wir dann doch wie geplant und diesmal mit dem Bus zum Bahnhof und ließen uns wieder unwissend wie wir sind von einer Thai in ein Reisebüro entführen. Diesmal immerhin so schau, die Preise mit denen am Schalter zu vergleichen, entschieden wir uns letztendlich dennoch dafür, die Tickets im Reisebüro gesammelt für einen kleinen Aufpreis zu erstehen, statt das Bahnticket in Bangkok, das Busticket in Sura Thani und das Fährenticket in Krabi kaufen zu müssen.
Stolz über eine Entscheidung ging’s weiter in DIE Backpackerstraße namens Khao San Road, ausgestattet mit allem was das Backpackerherz begehrt (ähnlich wir im Shoppingcenter) und letztendlich weniger überfüllt als erwartet. Wieder erstanden wir ein paar sommerliche Thai(Touri)Klamotten, schnabulierten europäisch angehauchte Thaigerichte und tranken den ersten Fruchtcocktail. Mit Crushed Ice. Und ohne anschließenden Durchfall! Alsdann fing uns mal wieder ein Thai ab und steckte uns in ein noch günstigeres Tuk Tuk, das uns in eine merkwürdige Gasse am Hafen brachte, in der uns zwei Thais zu einer völlig überteuerten Touribootstour überzeugen versuchten. Wir lehnten mehrfach dankend ab und landeten stattdessen ganz in der Nähe in unserem ersten wunderschönen Tempel: Wat Po. Andächtig stapften wir durch die Wege der Anlage und bestaunten all die detailliert mit Gold und Mosaiksteinen beschmückten Gebäude, die prunkvollen Altare und golden glänzenden Buddhas darin. Besondere Faszination galt dem gigantischen liegenden Buddha, den wir kaum mit der Kamera aufzunehmen vermochten. Als es langsam dunkel wurde, tauchten Scheinwerfer die gesamte Tempelanlage in sanftes güldenes Licht und wir machten uns mit müden Fußen und glitzernden Augen auf den Weg zurück ins Hostel. Dieses Mal mit einer kleinen und einer größeren Fähre sowie der Metro.

Am letzten Tag in Thailands Hauptstadt fuhren wir mit dem Bus zum 32 Meter hohen Luang Pho Tho (eine stehende Buddhastatue) im Zentrum des Wat Intharawihan (Tempel). Größentechnisch sehr beeindruckend, proportional allerdings etwas fragwürdig (vor allem hinsichtlich der Tiefe..). Abgesehen von einem weiteren Tempel wagten wir uns zudem in das erste authentisch thailändische Minirestaurant direkt an einer kleinen Straße, dessen als „just-a-little-bit-spicy“ angekündigten Nudeln uns allen den Schweiß auf die Stirn und Gianna Tränen in die Augen trieb und hektisch atmen ließ. Lecker war es dennoch. Und unsere Mägen: stabil!

Auch wenn wir im Vorhinein einiges über Touri-abzockende Tuk Tuk Fahrer und Touristenpreise gelesen hatten, blieb wohl etwas deutsche Naivität übrig. Dass die ach so netten Thais mit großer Wahrscheinlichkeit taktisch zwischengeschaltet werden, um die deutschen Skepsis zu umgehen und der Tuk Tuk Fahrer vom Reisebüro Provision und Benzin erhält, wenn wir etwas kaufen und dafür völlig unbeeindruckt auch mehrere Stunden wartet, schwante uns dann auch so langsam… Skeptisch sein und ständig die Preise verhandeln zu müssen macht wenig Spaß, aber auch daran werden wir uns wohl mit der Zeit gewöhnen. Und schließlich bleiben auch die wirklich einfach herzlichen Thais wie unsere Hostelbesitzer, das Zurücklächeln jedes einzelnen, dem man auf der Straße begegnet und die unendliche Freude über das hier unübliche Trinkgeld von 10 Baht (26 Cent) im kleinen Straßenrestaurant.

Nach dem Gewusel in Bangkok kommen wir nun auf der idyllischen Insel Koh Lanta zur Ruhe. Was letztendlich aus der gebuchten Zug-Bus-Fähre-Reise hierher wurde und wie und womit wir die nächsten Inseltage verbringen werden, erfahrt ihr im nächsten Beitrag.

Sonnigste Grüße an euch!

Souvenirüberfluss
Die erste Tuk Tuk Fahrt – endlich Fahrtwind und die Abgase volle Lotte direkt ins Gesicht!
Drei Stunden Reisebüro…
Erster Tempelbesuch: Wat Pho
Wat Phos schwer einfangbarer liegender Buddha.
Klangschalenglücksspende
Authentische Thai-Nudeln bei Farang-begeisterten Restaurantbesitzern (nachdem sie fragten ob sie ein Foto von uns machen könnten, wollten wir natürlich auch eins haben)
Standing Buddha und Standing Touris
Durch die engen essensstandbeladenen Gassen
Boootfahren (andere deustche Backpacker sind da natürlich nicht weit..)

 

25) Berlin – Packstress im Handgepäckformat

Da manche von euch Neugier hinsichtlich des Inhaltes äußerten, mit dem wir die 55 x 40 x 23 cm à 8 kg füllen (oder besser nicht zu sehr füllen), hier unsere Packliste:

Backpack
Tagesrucksack
Packing Cubes

Kosmetik
Bürste
Haargummis
Zahnbürste
Zahnseide
_Zahnpasta
_ Shampoo
_Sonnencreme (viel, da teuer)
_AfterSun
_Hand-, Gesichts- und Körpercreme
_Bepanthen
Schminke (Kajal, Lipliner)
Tampons
Rasierer

Kleidung
Plunderhose (1 à weitere vor Ort erstehen)
Leggins (1 dick, 1 dünn)
Top (4 +1 Flug)
T-Shirt (1 Schlaf, 1 Flug)
Cardigan (1 Flug)
Strandkleid (1 oooder 0 und vor Ort kaufen)
Fleecejacke (1 Flug)
(Sport-)BH (1,1 Flug)
Slip (7,1 Flug)
Socken (5, 1 Flug)
Bikini (1)
Regencape

Sonstiges
Sarong
Tuch/Schal
Sonnenbrille
Flip Flops
Sportschuhe
Schmuck (Kette, Ohrringe)
Notizblock + Stift
Nähset/Sicherheitsnadeln
Schloss (1-2)
Moskitonetz+Verlängerungsschnüre
Wäschebeutel
Travelhandtuch (1-2)
Schlafsackinlet
Nackenkissen
Safetasche
Bauchbeutel
Stromadapter
Mehrfachsteckdose
Spork
Feuchttücher

Elektronik
Tablet-PC+Ladekabel+Tasche+Tablet-Adapter
Speicherkarten/Speicherplatte/USB-Stick
Kopfhörer
Handy+Ladekabel+Wasserschutzhülle
Selfistick/Stativ
Aktionkamera
Powerbank
Bluetooth Lautsprecher
eBook-Reader

Medikamente
Kohletabletten+Elektrolyte
Fieberthermometer
Schmerztabletten
Pille
Froximun/Heilerde
Stichheiler
Desinfektionstücher
Pflaster/ Blasenpflaster
Hansaplast
Wondergel
Wasserfilter-Tabletten
TigerBalm
Bepanthen Augen- und Nasensalbe
Baldrian
Mittel gegen Reiseüberlkeit
Panthenol/Bepanthen

Dokumente
Reisepass
nationaler Führerschein
internationaler Führerschein
Kreditkarte (Santander?)
Impfpass
Passbilder
Kopien wichtiger Dokumente

12) Hahei – erst wird geputzt und dann weihnachtlich am Strand gelegen :)

(Annalena)

Huhu,

Letztendlich konnte uns selbst die schoene Natur nicht halten, sodass wir die Kiwiblueten Kiwibluten sein liessen und uns erfreut back to the road begaben. Ziel: Coromandle. Plan: einfach mal ein bisschen in den Tag hinein leben, campen, Strand geniessen und vielleicht in ein paar Cafés nach einer Stelle fragen. Wir genossen die zurueckgewonnene Freiheit und Unabhaengigkeit, verbrachten die Nacht auf dem Campingplatz eines Nationalparks und fuhren am naechsten Morgen nach einem idyllischen Fruehstueck am Fluss bestehend aus einer Banane und Muesli aus der Tasse weiter in Richtung Norden. Nach nicht allzu langer Fahrt landeten wir in einem Oertchens namens Tairua und trotz fehlender Motivation rafften wir uns auf, um nach Arbeit zu fragen. Wirklich erhofft haben wir uns nichts, sodass uns erstmal die Kinnlade runterfiel, als der (deutsche xD) Besitzer des ersterkorenen Motels sagte, er habe eventuell eine Stelle fuer uns. Er lud uns zu einem Vorstellungsgespraech ein und wir fuhren beglueckt erstmal weiter zum Hot Water Beach. Das war mal wieder ein Erlebnis fuer sich: ueberall Touristen aller Laender, die sich mit einem Spaten ihren kleinen Hot Pool buddeln oder bereits genussvoll darin liegen, der Sand blubbert und obwohl die am Strand ankommenden Wellen eiskalt sind, verbrennt man sich teilweise fast die Fuesse…
Auf dem Weg zurueck zum Auto, haben wir dann noch spontan in zwei Cafés nach Jobs gefragt und von der einen Managerin tatsaechlich eine Zusage bekommen mit der Bedingung einer Unterkunft, da dies iherer Aussage nach das groesste Problem darstelle. Wir also auf Unterkunftssuche. Nachdem es in den erfragten Unterkuenften jedoch entweder keinen Platz mehr gab oder sie fuer uns nicht erschwinglich waren, haben wir uns zunaechst die zweite Touristenattraktion Coromandles angesehen, naemlich Cathedral Cove. Fuer Narniakenner: Der traumhafte Strand, an dem sie beim zweiten Teil (Prinz Kaspian) bei ihrer Rueckkehr nach Narnia ankommen. Und ein Traum ist dieser Strand wahrhaftig! Weisser Sand, tuerkiesfarbenes Meer, zerklueftete Felsen und satt dunkelgruene Baume.
Nach ausgiebigem Staunen fuerte uns unsere Unterkunftssuche letzendlich zu einem Holiday Park in Hahei. Dort sagten sie uns, dass wir zwar leider nicht fuer die Unterkunft arbeiten koennen, sie allerdings einen Fulltimecleaningjob fuer uns haetten. Da sucht man wochenlang vergeblich nach Arbeit und sobald die Saison beginnt, wird man ploetzlich ueberhauft.^^

So sind wir also zu unserem Job gekommen und in Hahei gelandet. Jetzt moegen einige von euch denken „Naja, aber Putzen ist jetzt auch nicht das Schoenste“, doch es ist tatsaechlich weniger „schlimm“ als vermutet. Toiletten schrubben und anderer Leute Dreck beseitigen wird durch frische Waesche zusammenlegen und alles mit verschiedenen Chemikalien einspruehen wieder ausgeglichen und die Arbeit durch wundervolle Kollegen versuesst. Nach der eintoenigen Kiwipflueckerei, tut die Abwechslung durch wechselnde Unterkunftsarten von Backpacker bis hin zu so genannten Villen unendlich gut und ploetzlich findet man sogar Spass am Mobben, Strippen (abziehen) und Betten machen. ;) Obendrauf kommt dann noch eine echt gute Bezahlung und der minuetige Weg zu einem wunderschoenen Strand – von der Arbeit geht es also bei schoenem Wetter direkt an den Strand und ab ins pure Sommerurlaubsgefuehl.

Dank unseres perfekten Timings, fand schon wenige Tage nach unserer Ankunft ein atemberqubendes Staffweihnachtsbarbecue statt. Von Salaten ueber Brot und Fleisch und Tomaten bis hin zu Obstsalat und Eclairs und Baisés, schlemmten wir uns durch den Abend, bis wir nur noch mit kugeligen Baeuchen auf dem Sofa sassen. Obwohl wir zum Namenziehen fuer das weihnachtliche Julclub leider noch nicht anwesend und wie gesagt erst einige Tage vorher angekommen waren, drueckte unsere Scheffin uns doch tatsaechlich je ein kleines Geschenk in die Hand. Als es sich dann auch noch als LINDOR-Schokolade herrausstellte, wussten wir garnicht mehr wohin mit unserer Ruehrung.. Da kann man sich einfach nur noch riesig freuen und unendlich dankbar sein. :D
Eine Woche spaeter fand dann sogar ein weiteres Barbecue statt, diesmal das der Freiwilligen Feuerwehr Haheis. Die ganze Dorfgemeindschqft war zusammen gekommen, unser Scheff ganz schick in Feuerwehruniform, ein bonbonwerfender Weihnachtsmann beglueckte die Kinder und es gab mal wieder viel zu viel leckeres Essen. ;)
Trotz der staendigen „Weihnachts“barbecues herrscht bei uns jedoch stetige Nichtweihnachtsstimmung. Es passt eben einfach nicht zusammen, dass man in Bikini am Strand liegt und es Dezember und bald Weihnachten sein soll…! Aber so bekommen wir immerhin nicht allzu grosses Heimweh und koennen ohne komische Gedanken an den Feiertagen arbeiten und pro Stunde die Haelfte unseres Gehaltes dazuverdienen. Unser Weihnachtsessen haben wir der Praxis halber auf unseren freien Tag vorgezogen. :)

Auf jeden Fall hoffen wir, dass immerhin bei euch gemuetliche Weihnachtsstimmung herrscht und druecken die Daumen fuer eine weisse Weihnacht. Da wir wahrscheinlich erst im Neuen Jahr wieder zum Blogschreiben kommen, wuenschen wir euch ein frohes Fest und einen guten Rutsch ins Neue Jahr. Lasst es krachen! ;D

 

 

11) Te Puke – The Kiwifruit Capital of the World

(Gianna)

Ahoi (tschechisch und heißt wirklich „Hallo“!)

Wie im letzten Artikel erwähnt, hatten wir Arbeit gefunden. Ja, leider „hatten“, denn wir sind schon wieder am Überlegen, ob wir doch lieber weiterziehen wollen…

Aber erstmal an den Anfang, denn der war schon abenteuerlich genug :)

Nachdem wir ewiglange Textnachrichten mit jemandem geschrieben haben, der uns schließlich die besagte Arbeit versprochen hat und wir daraufhin aus Ruatoria aufgebrochen sind, wussten wir nicht mehr genau, woher wir eigentlich die Nummer hatten.  Irgendwie waren wir uns dann aber mehr oder weniger einig, dass in Te Puke ja ohnehin nur das eine Workinghostel ist und wir wahrscheinlich dorthin müssen. Mit Überzeugung sind wir dort aufgetrumpft und haben alle Menschen verwirrt. XD Der Besitzer meinte, dass wir vermutlich mit seiner Frau geschrieben haben, da er es nicht war. Noch dazu meinte er jedoch, dass es momentan keine Arbeit gäbe und es ihn deshalb wundert, dass sie es versprochen haben soll.  Also wir mit ihr telefoniert und nach 15 Minuten „Warum sollte ich lügen.“ und „Sie haben es uns doch aber versprochen.“ kam dann raus, dass es eine völlig andere Nummer war und die absolut nichts mit dem Hostel zu tun hatte. Haha, naja haben wir uns eben ein bisschen unbeliebt gemacht…passiert. Der Mann mit dem wir eigentlich geschrieben haben, hat uns am Telefon dann mit seinem Kiwienglisch irgendetwas über 4 Deutsche, die schon in dem Hostel sind und uns rein lassen würden, erzählt. Darüber hinaus haben wir noch verstehen können, dass wir den nächsten Tag wohl mit ihnen mitgehen sollen, da sie wüssten wo wir arbeiten. Er sei schon zu Hause und würde uns dann morgen treffen. Anschließend hat er uns noch die Adresse per SMS geschickt und das wars. Man bekommt hier generell keine Namen, ist uns aufgefallen, dabei könnte man dann wenigstens unterwegs nochmal nachfragen.^^

Wie man es auch nicht anders erwartet hätte, sind wir jedoch erstmal zur falschen Adresse gefahren… wiedereinmal ;), da wir statt der Hausnummer 720 nur 20 eingegeben haben. Nachdem wir ne Stunde auf einem fremden Grundstück rumstanden und auf die vermeintlichen Deutschen gewartet haben, die eigentlich schon von Arbeit zurück sein sollten, haben wir eine weitere Frau verwirrt, die uns erklärt hat, dass dies die Hausnummer 40 sei und eine 33 ihres Wissens nach nicht existiert. Auf die 33 sind wir gekommen, da es sich um den Statehighway 33 handelt und hier doch immer die Hausnummern nach vorne geschrieben werden…also einfach nicht drüber nachgedacht :P Wir haben es doch tatsächlich  an dem Abend dann doch noch geschafft, zu dem Hostel zu kommen, wo uns dann zwar 3 Tschechen begrüsst haben, aber das fanden wir dann auch nichtmehr verwunderlich… Alles in allem mal wieder typisch Neuseeland, abr letztendlich doch mit Erfolg gekrönt und Arbet belohnt. Wir waren glücklich!

Thomas, unser Boss auf der Plantage, hat uns amnächsten Morgen kurz ins „Thinning“ – man muss nicht runde beziehungswise überflüssige Kiwiknopen abpflücken – eingearbeitet und meinte dann, dass wir bis mindestens Februar bleiben sollen. Wir natürlich mit voller Überzeugung gesagt, dass wir damit kein Problem haben, obwohl wir natürlich nie vorhatten,  so lange zu bleiben. Dies ist jedoch kein Problem, da sich hier oftmals weder Backpacker noch Plantagenchefs an ihre Abmachungen halten. Zwar klangen 7 Tage die Woche a 10 Stunden pro Tag nicht besonders toll, aber daraus wurde dann ja ohnehin nichts. Nach einer Woche arbeiten (täglich zwischen 8 und 10 Stunden) wurden es immer weniger und nach 2 Wochen hat er uns dann gesagt, dass wir erstmal Pause haben…vermutlich 2 Wochen. Als wir ihn das letzte Mal gefragt haben, hat er sogar gemeint, dass er vermutlich garkeine Arbeiter mehr bräuchte, da die Saison so schlecht sei und er mit seinen Jahresarbeitern genug hätte. Soviel zu den Abspachen.^^ Wir sind dementsprechend gerade auch ein bisschen angefressen, dass wir jetzt wieder auf Arbeitssuche gehen müssen. Momentan machen wir übergangsweise „Flower Picking“. Hierbei müssen wir bestimmte Blüten von den männlichen Kiwibäumen abpflücken, die dann in der Blütenstaubfabrik weiterverabeitet werden. Da es sich aber um einen sehr schlecht bezahlten Job handeln – wir bekommen 5 $ pro Kilo (sammle mal ein Kilo Blüten…) – wissen wir noch nicht, ob wir hier weiter bleiben und warten bis die „Pruningsaison“ beginnt. Vermutlich soll sie in einer Woche beginnen und dann würden wir auch wieder per Stunde bezahlt werden.

Zum Thema lustige Geschichten: Bei unserer Thinningarbeit kamen wir mit vielen Indern ins Gespräch, da in Te Puke anscheinend ohnehin nur Inder arbeiten. (Wir haben uns schon gefragt in welchem Verwandtschaftsverhältnis diese Inder alle zueinander stehen. Ist bestimmt ein interessanter Stammbaum^^) Wiedereinmal wurden wir gefragt aus welchem Teil von Deutschland kommen, aber das sind wir ja inzwischen von Außereuropäern gewohnt. Die Inder haben aber meist noch eine sehr interessante, aber erschreckende, andere Vorstellung von Deutschland: Hitler sei für uns wie ein König oder Gott. Als er das sagte, war ich nahezu sprachlos. Völlig verdattert über diese Aussage, fragte ich ihn, wie er darauf kommen würde. Er schien absolut überzeugt davon. Da es nicht der erste mit einer solchen Annahme ist, fragen wir uns, warum so etwas in Indien vermittelt wird?????

Neben der Arbeit haben wir aber auch noch ein bisschen zu genießende Freizeit. Letztens haben wir so also mit ein paar Leuten aus dem Hostel den Geburtstag von einem Tschechen gefeiert. War ein echt schöner Abend! Erst haben wir Activity gespielt (garnicht so einfach auf Englisch zu erklären ;) ), dann gabs ausgesprochen leckere Pancakes und schließlich noch einen übertrieben kötlichen Geburtstagskuchen, den seine Freundin gemacht hatte. Am Abend saßen wir alle noch immer nett zusammen und haben über Travelerlebnisse und zu Hause erzählt.
Es ist hier ohnehin eine total entspannte und fast schon familiäre Atmosphäre in dem Haus. Liegt wahrscheinlich an der Größe, aber uns gefällt es :) Mit den beiden deutschen Jungs schauen wir ab und zu noch Filme (Herr der Ringe, lange Version, hat uns letztendlich ganze 6 Abende versüßt^^) und ansonsten versuchen wir noch öfter an den Fluss zu gehen. Vielleicht schaffen wir es ja mal angeln zu gehen. Achja, das Grundstück hier ist echt toll. Ich weiß nicht, wer von euch sich mal die Internetseite angesehen hat, aber für den Rest: Der Oskat Forest Park ist ein gigantisches Privatgrundstück mit großem Naturwald, der vorrangig nicht bewirtschaftet wird, einem tollen Fluss, der sich einmal quer durch das Grundstück zieht, mehreren Kuhweiden und eben unserem Haus. Der kleine süße „Strand“ am Fluss wird von uns Backpacker am liebsten besucht. Es ist unglaublich ruhig und entspannend, wenn man den Vögeln und dem Flussrauschen zuhören kann und gegenüber einen totalen Urwald, der bis ans Wasser reicht, betrachten kann. Schon ziemlich idyllisch hier :) Wir werden mal sehen, wie lange uns die schöne Natur hier noch halte kann.

Fühlt euch gedrückt ihr Lieben und wünscht uns „dobro chuit“, denn jetzt gibt’s Pancakes!!

PS: Es hat uns Jaaaahre gekostet, bis wir uns die wenigen tschechischen Vokabeln mit ihren komischen lauten merken konnten.. ;)

10) East Cape (Tolaga Bay/Ruatoria) – Entspannung, Schock & Enthusiasmus

(Annalena)

Hey ihr :)

Nun endlich mal wieder ein Lebenszeichen und Befindensbericht aus der Ferne…

Nach unserer wundervollen und erlebnisgefüllten Zeit in Galatea, sind wir weiter vor der Geldausgeberei in Richtung Osten und zu einer neuen WWOOFing-Familie geflohen. Diese erwies sich als eine ältere Dame, die etwas abseits des kleinen Örtchens Tolaga Bay ihre kleine Farm mit einer Kuh, einigen Schweinen plus Ferkeln und Hühnern betreibt und uns nach all dem Familien- und Farmtrubel eine entspannte Zeit zum zur Ruhe kommen bescherte. Stets mit leckeren Kleinigkeiten und köstlichen Mahlzeiten versorgt, verbrachten wir Stunden nur am Essenstisch und lauschten ihren Berichten und Erzählungen von der Familie, aus ihrer Vergangenheit und über sonstige Lebensweisheiten. Wir haben unsere Rezeptesammlung weiter aufgestockt und wurden sogar in die Kunst des Joghurtmachens eingeweiht, sodass wir jetzt also nicht nur Brot backen, sondern auch Joghurt machen können! :D
Am zweiten Tag gesellten sich dann noch zwei weitere WWOOFer  dazu (ihre Nation ist denke ich mal erschließbar :P), mit denen wir trotz kurzer gemeinsam verbrachter Zeit viel zu Lachen hatten und ein sehr seltsames neuseeländisches Erlebnis teilen konnte. Letzteres wollte der Bruder unserer Hausherrin uns unbedingt näher bringen und holte uns so eines Tages ab und ging mit uns fischen. Kurze Zwischenbemerkung: bitte seid nicht schockiert, denn die folgende Erzählung wird etwas…..abarttig. Unsere Fischtour begann auf der Ladefläche von Joes Jeep, der uns mit den Worten „Ich hab zwar ein bisschen was getrunken, aber ich weiß was ich tue“ zu seinem Grundstück nebenan juckelte. Die anfängliche Begeisterung Giannas wurde durch vegetarisch bedingte Übelkeit abgelöst, da Joe in dem Choas seines Zuhauses – stellt euch ein zerfallendes Haus umgeben von einer Müllhalde bestückt mit Kühen vor – dann plötzlich anfing mit einem Bunsenbrenner zwei Hühner zu entfedern… Schock. Diese ferchte er dann in zwei Drahtgestelle und schmiss sie mit einer Leine am Ufer befestigt in zwei kleine Bäche der Umgebung – eines muss man ihm lassen, am nächsten Tag war er um 12 Aale reicher.^^ Der Fang wurde dann auch glatt mit Haken in den Ohren an ein Drahtseil quer durch seinen „Garten“ gehängt und entschleimt, doch da es anschließend essen gab, mussten wir glücklicher Weise der weiteren Zubereitung nicht beiwohnen…
Auch wenn es sich unglaublich anhört und wir wahrscheinlich eigentlich weiterhin schockiert sein sollten, kann zumindest ich inzwischen darüber lachen und die Geschichte reiht sich als weiteres unvergessliches Erlebnis in unsere Neuseelandzeit ein. ;)

Den überwiegend ruhigen Tagen bei Gabrielle folgte dann wiederum der Wunsch, sich wieder weiter um Arbeit zu bemühen, sodass wir entschieden, uns auf den Rückweg nach Mount Maunganui zu begeben. Da wir diesmal über das East Cape fahren wollten, haben wir Kontakt zu einer Maorifamilie aufgenommen, deren Nummer ich von Freunden Benes und zusammen mit begeisterten Erzählungen bekam. Begeisterung war letztendlich maßlos untertrieben, denn die Familie war unbeschreiblich großartig!  Auf unsere Nachricht hin schrieben sie sogleich, dass wir kommen könnten, empfingen uns mit offenen Armen und umsorgten uns auf überwältigend herzliche Weise. Nach lustigen und interessantem Geplauder in der Küche luden sie uns sogleich ein, bis zum Wochenende zu bleiben, um das Rugbyspiel und die damit verbundene Feier miterleben zu können. Wie es das Schicksal wollte, bekamen wir jedoch am Abend eine SMS, dass wir Arbeit bekommen könnten, wenn wir am nächsten Tag in Te Puke sein würden… „Drum mach nur einen Plan, sei nur ein helles Licht, drum mach nur einen zweiten Plan, gehen tun sie beide nicht.“ Schweren Herzens machten wir uns also am nächsten Tag auf die Reise zurück zur Bay of Plenty mit der Hoffnung auf Arbeit und darauf, vielleicht später zurückzufahren und noch Zeit mit der Familie verbringen zu können.

Aber die lange Reise hat sich gelohnt und das Bauchgefühl als richtig erwiesen. Wir haben jetzt nämlich Arbeit! :D

PS: Dank arbeitsbedingter Sesshaftigkeit, könnt ihr uns nun wenn ihr mögt auch endlich auf dem Postweg erreichen. ;)

Gianna/Annalena Blubbadiblubb
Oskat Forest Park
720 Street Highway 33
R.D.9 Te Puke, Bay of Plenty
New Zealand